LIFE EUROBUSTARD

LIFE EUROBUSTARD (09/2025–12/2032) ist ein grenzüberschreitendes Projekt zum Schutz von Großtrappe und Zwergtrappe in acht europäischen Ländern mit 29 Partnern und der ÖGG als federführendem Begünstigten. Die im Rahmen des Projekts umgesetzten Maßnahmen lassen sich in drei Kategorien einteilen:
(1) Maßnahmen zur aktiven Reduzierung der Sterblichkeitsraten,
(2) Maßnahmen zur Stabilisierung der Populationen, und
(3) unterstützende Maßnahmen, die diese beiden Hauptziele fördern.

Mit Hilfe dieser Maßnahmen soll der Rückgang der Bestände von Großtrappe und Zwergtrappe in Europa im Vergleich zur aktuellen Brutpopulation (in den meisten Ländern Daten von 2022/2023) gestoppt, die Sterblichkeitsrate um 10 % reduziert und Kollisionen von Vögeln mit Stromleitungen im jeweiligen Gebiet um 90 % verringert werden.

(1) Reduzierung der Sterblichkeitsraten

Zur Verringerung der Mortalität werden in Österreich, Deutschland, Ungarn und Portugal insgesamt etwa 29 km Freileitungen verkabelt (unterirdisch verlegt). Zusätzlich werden rund 110 km Freileitungen in Österreich, Deutschland, Rumänien und Spanien markiert; dabei werden im Verlauf des Projekts auch neue Markierungsmethoden entwickelt.

Eine weitere wichtige Maßnahme richtet sich an politische Entscheidungsträger und Netzbetreiber. Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle neuen Stromleitungen in Trappenlebensräumen von Anfang an unterirdisch verlegt werden.

(2) Stabilisierung der Populationen

Für die Stabilisierung der Populationen existieren bereits bewährte Methoden zur Lebensraumverbesserung, die jedoch häufig nicht speziell auf die Bedürfnisse von Trappen zugeschnitten sind. Groß- und Zwergtrappen sind insbesondere auf Brachflächen, störungsarme Brutgebiete während der Nistsaison sowie strukturreiche und insektenreiche Lebensräume angewiesen.

In einigen Ländern unterstützen bestehende Förderprogramme die Umsetzung solcher Maßnahmen. Das Projekt LIFE EUROBUSTARD wird Landwirte über diese Fördermöglichkeiten informieren und sich außerdem dafür einsetzen, neue Förderprogramme einzuführen, die Groß- und Zwergtrappen zugutekommen – insbesondere in Regionen, in denen solche Programme bisher fehlen.

Darüber hinaus befasst sich das Projekt mit den zukünftigen Auswirkungen der Mechanismen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP/CAP) auf traditionelle landwirtschaftliche Praktiken. Das LIFE-EUROBUSTARD-Team wird neue Agrarumweltprogramme, Instrumente und Anpassungen der GAP vorschlagen, die speziell auf den Schutz von Trappen und anderen Steppenvogelarten ausgerichtet sind.

Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der Flächenerwerb, der einen langfristigen Schutz geeigneter Lebensräume für Trappen gewährleistet. Durch gezieltes Habitatmanagement und eine klimafreundliche Gestaltung dieser Flächen (z. B. solarbetriebene Wasserstellen) stellt LIFE EUROBUSTARD sicher, dass diese Lebensräume dauerhaft den spezifischen Bedürfnissen der Arten entsprechen und eine Grundlage für zukünftiges Populationswachstum bilden.

(3) Unterstützende Maßnahmen

Alle weiteren Maßnahmen unterstützen die beiden Hauptziele – Reduzierung der Sterblichkeit und Stabilisierung der Populationen. Dazu gehört unter anderem die Besenderung von etwa 215 Großtrappen und rund 160 Zwergtrappen mit GPS-Sendern in allen acht Projektländern (einschließlich der Ukraine, sofern möglich).
Diese Daten helfen dabei, Todesursachen zu identifizieren, Monitoring durchzuführen sowie Öffentlichkeitsarbeit und wissenschaftliche Forschung zu unterstützen.

Die im Rahmen von LIFE EUROBUSTARD umgesetzten Naturschutzmaßnahmen kommen nicht nur den Trappenarten zugute, sondern auch zahlreichen weiteren Arten desselben Ökosystems, die ebenfalls unter Lebensraumverlust oder Kollisionsrisiken leiden.

Damit besitzt LIFE EUROBUSTARD einen hohen Modell- und Demonstrationswert für Naturschutzprojekte zum Schutz großer Vogelarten in stark von Stromleitungen geprägten Landschaften sowie für viele weitere Arten, die in Agrarlandschaften leben.

 

Mehr unter https://life-eurobustard.eu/