Ergebnisse der zweiten Winter-Synchronzählung der Großtrappe in Mitteleuropa vom 17. und 18. Jänner 2021

Ergebnisse der zweiten Winter-Synchronzählung der Großtrappe in Mitteleuropa vom 17. und 18. Jänner 2021 im Rahmen des LIFE Projektes „Großtrappe“ liegen nun vor: Bemühungen zum Schutz zeigen in ganz

Seit vielen Jahren werden die Bestände der Großtrappe in Mitteleuropa im Winter von den Trappenspezialisten erfasst. 2017 gelang es erstmalig in allen 7 Ländern (Deutschland, Österreich, Rumänien, Serbien, Slowakei, Tschechien und Ungarn), mit potenziellen Brutvorkommen der Großtrappe, am selben Tag zu zählen. Dabei wurden 1.751 Großtrappen erfasst, wobei im ostpannonischen Teil nur ca. 69 % der Individuen an diesem Tag erfasst werden konnten, und nicht die sonst üblichen 90 bis 95 %. In den Jahren 2018 bis 2020 gelang es trotz mehrfacher Bemühungen nicht in allen Ländern Synchronzählungen umzusetzen. Grund dafür waren die zumeist milden Winter und die dadurch unbefahrbaren Erdwege, die eine Zählung der ostpannonischen Population zumeist verhinderten.

Im Jahr 2021 wurde deshalb der Zeitraum der Zählperiode deutlich verlängert, um zumindest 90 % der tatsächlich vorkommenden Individuen in ganz Mitteleuropa erfassen zu können. Die Zählung wurde hauptsächlich am 17. und 18. Jänner durchgeführt, aber auch weitere Ergebnisse vom 11. bis zum 24. Jänner 2021 wurden mit ausgewertet.

Die Ergebnisse der Synchronzählungen im Winter zeigen, dass die Population der Großtrappe in Mitteleuropa in den letzten 4 Jahren (2017 – 2021) um ca. 22 % angestiegen ist. Den stärksten relativen Zuwachs gab es bei der deutschen Population, diese ist um ca. 59 % (von 221 auf 352 Individuen) angestiegen. Die westpannonische Population ist um ca. 34 % angewachsen (von 463 auf 620 Individuen) und bei der ostpannonischen Population dürfte es einen realen Anstieg um ca. 16 % gegeben haben, von geschätzt 1.388 (am Zähltag selbst konnten nur 1.067 Großtrappen gezählt werden) auf 1.553 Individuen.

Erfreulicherweise zeigen die Schutzbemühungen in beinahe allen mitteleuropäischen Ländern mit Großtrappen-Vorkommen bereits kurzfristig Erfolge. Durch die Maßnahmen zur Reduzierung von Kollisionen an Stromleitungen im Rahmen des LIFE Projektes „Großtrappe“ ist vor allem mittel- und langfristig mit einem weiteren Anstieg der Population zu rechnen. Wie stark die drei Teil-Populationen tatsächlich ansteigen werden, hängt in erster Linie von der Qualität des Lebensraums ab, somit vor allem von landwirtschaftlichen Maßnahmen, aber selbstverständlich auch von den Beständen der Prädatoren z.B. Rotfuchs, Marderhund, Seeadler und Kaiseradler.

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