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Österreich
Die österreichischen Trappenbestände liegen am nordwestlichen
Rand des drittgrößten europäischen Verbreitungskerns der Großtrappe
in der Ungarischen Tiefebene. Die Schwerpunkte der österreichischen
Verbreitung sind in Niederösterreich das Westliche Weinviertel,
das Marchfeld sowie die Rauchenwarther Platte und im Burgenland
der Heideboden, die Parndorfer Platte und der Hanság im Seewinkel.
Insgesamt ist der Bestand an Großtrappen in Österreich
von etwa 700-800 Individuen gegen Mitte des 20. Jahrhunderts (1942)
auf 150-170 Anfang der Siebziger (1970-1972) und etwa 100 Ende der
Siebziger (1978) auf etwa 60 gegen Ende des Jahrhunderts zurückgegangen.
Zur Brutzeit 2008 hält er nach leichter Bestandserholung im Weinviertel
und Wiederbesiedlung von Brutplätzen im grenzübergreifenden Brutgebiet
mit Westungarn wieder bei 210 Individuen.

Abbildung: Bestände der Großtrappe in Österreich im Jahr
1940 und im Zeitraum 1970 bis 2008; Quelle: Raab (2009).
Im Zeitraum seit 1990 kam es in den zwei österreichischen
Teilgebieten Heideboden und Westliches Weinviertel zu deutlichen
Populationsanstiegen. Im Hanság, auf der Parndorfer Platte und auf
der Rauchenwarther Platte ist der Bestand im selben Zeitraum auf
niedrigem Niveau mehr oder weniger stabil geblieben. Im Marchfeld
kam es im Zeitraum 1990 bis 2000 zu einem starken Bestandsrückgang
von 25 auf 6 Individuen. Seither hat sich der Bestand auf niedrigem
Niveau stabilisiert bzw. beginnt wieder leicht anzusteigen. Im Wiener
Becken südlich der Donau bestanden bis in die 2. Hälfte des 20.
Jahrhunderts einige kleine Brutbestände, von denen heute nur noch
einzelne Bruten auf der Rauchenwarther Platte erhalten sind. Abseits
der Rauchenwarther Platte lebten im Wiener Becken um 1940 noch mehr
als 100 Trappen, 1990 nur mehr 2 und seither ist der Bestand erloschen.
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ca. 1940 |
ca. 1970 |
ca. 1980 |
1990 |
1995 |
2000 |
2003 |
2006 |
2008 |
WestlichesWeinviertel |
294 bis 387 |
23-27 |
20-27 |
15-20 |
22* |
35 |
40 |
53 |
55 |
Marchfeld |
55 |
47 |
25 |
14 |
6 |
8 |
5 |
10 |
Wiener Becken |
> 100 |
15-25 |
2-3 |
2 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
Rauchenwarther Platte |
ca. 20 |
7-8 |
2 |
4 |
1 |
1 |
3 |
0 |
0 |
Heideboden (österr. Teil) |
300
bis 400
|
ca. 20 ? |
3-4 ? |
0 |
0 |
13 |
34-67 |
77-93 |
93-101 |
Parndorfer Platte |
20-30 |
12 |
6 |
6 |
5 |
6 |
8 |
25-26 |
Hansag (österr. Teil) |
40-50 |
ca. 40 |
16 |
18 |
14 |
16 |
24 |
22 |
Gesamt |
700-800 |
150-170 |
ca. 130 |
68-73 |
ca. 61 |
74 |
107-140 |
167-183 |
205-214 |
Tabelle:
Entwicklung der Trappenbestände (Individuen) in Österreich
in den einzelnen Trappengebieten; Quelle: Raab (2009). |
Im Dezember 2002 hielten sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder rund 200 Großtrappen in Österreich auf, da sich auch ein Teil der grenznahen ungarischen und slowakischen Trappenpopulation in den attraktiven Wintereinstandsgebieten im Burgenland einfand. Im Jänner und Februar 2004 konnten sogar 219 Großtrappen in Österreich gezählt werden, 176 davon alleine im Nordburgenland. Zum selben Zeitpunkt hielten sich weitere 32 Trappen im grenznahen ungarischen Trappengebiet auf. Somit umfasste die westpannonische Teilpopulation, also die länderübergreifende österreichisch-ungarisch-slowakisch-tschechische Population, im Winter 2003/2004 insgesamt mindestens 251 Großtrappen. Im Winter 2008/2009 umfasste diese Teilpopulation bereits insgesamt 396 Großtrappen. Dieser hohe Wert wurde aber nur im Dezember 2008 erreicht, da sich einige Trappen offenbar etwas außerhalb der typischen Wintergebiete aufgehalten haben. Im Februar 2009 konnten somit „nur“ 376 Großtrappen gezählt werden. Somit hat sich der Winterbestand der westpannonischen Population im Zeitraum von 1995/1996 bis 2007/2008 von 129 auf zumindest 376 erhöht. Im Februar 2007, 2008 und 2009 hielt sich fast der gesamte Bestand der westpannonischen Population in den attraktiven Wintereinstandsgebieten in Niederösterreich und im Burgenland auf, somit waren in den letzten drei Wintern seit langer Zeit wieder mehr als 300 Großtrappen in Österreich anzutreffen

Abbildung: Winterbestand der westpannonischen Population der Großtrappe, also der länderübergreifenden österreichisch-ungarisch-slowakisch-tschechischen Population, im Zeitraum 1995/96 bis 2008/09; Quelle: Raab (2009).
Detaillierte Informationen über die Bestandsentwicklung der Großtrappe in Österreich bzw. der gesamten westpannonischen Population finden Sie in dem Artikel von Raab et. al (2010), der im März 2010 in der Egretta, der wissenschaftlichen Zeitschrift von BirdLife Österreich, erschienen ist. Darin finden sich auch Informationen zu den bisher umgesetzten Schutzprojekten.
Zitat: Raab, R., Kollar, H. P., Winkler, H., Faragó, S., Spakovszky, P., Chavko, J., Maderič, B., Škorpíková, V., Patak, E., Wurm, H., Julius, E., Raab S. and Schütz, C. (2010): Die Bestandsentwicklung der westpannonischen Population der Großtrappe, Otis tarda Linnaeus 1758, von 1900 bis zum Winter 2008/2009. Egretta 51: 74-99.
Egretta im März 2010 (pdf, 1,2 MB)
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