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Lebensraum
Der optimale Trappenlebensraum in Mitteleuropa ist ein weiträumiges,
wenig zerschnittenes, offenes und störungsarmes Ackerland mit
extensiver Nutzung und großflächigen speziellen "Trappenbrachen".
Die Großtrappe (Otis tarda) ist ursprünglich
ein Steppenvogel. Nach den Waldrodungen im Mittelalter wurde sie
bis Mitte des 19. Jahrhunderts aufgrund der extensiven Dreifelderwirtschaft
mit ihrem Wechsel von Ackerflächen und Brachen sowie einem
hohen Anteil von Hutweiden ein häufiger Brutvogel in den Landwirtschaftsgebieten
Europas.
Durch die umfassende Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion
wurden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis vor wenigen Jahren
die ökologischen Bedingungen in der Agrarlandschaft grundlegend
verändert und damit der Lebensraum für zahlreiche Pflanzen-
und Tierarten, einschließlich der Großtrappe, zerstört.
Gegenwärtig sind in Österreich geeignete Lebensräume
für Großtrappen nur noch in Trappenschutzgebieten mit
großflächig vorhandenen speziellen "Trappenschutzflächen"
und speziell angepassten Managementmaßnahmen vorhanden.
Störungsarme "Trappenbrachen" mit ihrer struktur- und artenreichen
Bodenvegetation und der dadurch bedingten arten- und individuenreichen
Wirbellosenfauna sowie Getreideflächen, die zur Brutzeit weder
gedüngt noch gespritzt werden, stellen optimale Bedingungen
für die Brut und Jungenaufzucht dar.
Im Winterhalbjahr nutzen die Großtrappen regelmäßig
auch außerhalb des Fortpflanzungsraumes liegende Ackerlandschaften
zur Nahrungsaufnahme und Übernachtung. Dieses Winterareal ist
damit in der Regel größer als das Fortpflanzungsareal.
Neben den "Trappenbrachen" werden zu dieser Jahreszeit häufig
insbesondere Rapsflächen zur Äsung aufgesucht, weshalb
diese in den Wintereinstandsgebieten eine wichtige Rolle spielen.
Der Gesamtlebensraum, den eine Großtrappe im Jahresverlauf
beansprucht, ist somit sehr groß, da sie unterschiedliche
Frühjahrs-, Hochsommer-, Herbst- und Wintereinstandsgebiete
nutzt. Jahreszeitlich bedingt kommt es bei allen Teilpopulationen
der grenzüberschreitenden westpannonischen Population, also
der länderübergreifenden österreichisch-ungarisch-slowakisch-tschechischen
Population, zu regelmäßigen Verlagerungen der Haupteinstandsflächen.
Daher werden in den österreichischen Trappengebieten im Rahmen
des österreichischen Programms zur Förderung einer umweltgerechten,
extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden
Landwirtschaft (ÖPUL) derzeit (2005) mehr als 5.500 ha speziell
bewirtschaftete Ackerflächen ("Trappenschutzflächen")
für die Großtrappe zur Verfügung gestellt, damit
diese vom Aussterben bedrohte Vogelart in ihrem Lebensraum wieder
geeignete Bedingungen vorfindet.
In Österreich kommt die Großtrappe aktuell in fünf
Gebieten in Ostösterreich vor. Drei davon, "Westliches Weinviertel",
"Marchfeld" und "Rauchenwarther Platte", liegen in Niederösterreich
und zwei Gebiete, "Parndorfer Platte - Heideboden" und der "Hanság"
(ein Teil des Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel), befinden
sich im Burgenland.
Das Trappengebiet "Westliches Weinviertel" umfasst große
Teile des SPA "Westliches Weinviertel" (AT1209000). Alle Balz- und
Brutplätze sowie wichtige Frühjahrs-, Hochsommer-, Herbst-
und Wintereinstandsgebiete im Westlichen Weinviertel stehen durch
Natura 2000 - Ausweisung unter Schutz. Die gegenwärtigen Haupteinstandsgebiete
der Großtrappe in diesem Gebiet liegen nordöstlich des
Manhartsberges in einer sanfthügeligen, über weite Strecken
völlig baum- und strauchlosen Ackerbaulandschaft. Sie befinden
sich im pannonischen Klimabezirk auf Hochflächen zwischen 240
und 315 m Seehöhe.
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